Das ist Samhain

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Heute feiere ich Samhain. Einer meiner liebsten Jahresfeste. Der Beginn der dunklen Zeit. 

Samhain war bei den Kelten der Anfang des Jahres. Sie glaubten, dass sich an diesem Tag das Tor zur Anderswelt öffnen würde. Die Menschen hatten Angst vor Dämonen und Geistern, die sie heimsuchen könnten. Auch war es das Fest der Ahnen. Es wurde angenommen, dass an diesem Tag die Verstorbenen die Erlaubnis hätten, wieder auf die Erde zurück zu kehren.

Ich persönlich liebe diesen Tag so unglaublich, weil ich eben genau diese Verbindung zur Anderswelt so spannend und wundervoll finde. Mit Anderswelt meine ich nicht die Vorstellung von einer Unterwelt, in der Böses haust, nein vielmehr ist es erstens, die Welt, die sich hinter unserer normalen Alltags Realität verbirgt. Die Energien, die Wesen, die Dynamiken, all das, was wir zwar wahrnehmen können, doch oft ausblenden oder es uns nicht gewohnt sind so auf die Welt zu blicken. Zum zweiten ist das unsere eigene Innere Welt. Unsere Gefühle, unsere Seelenlandschaft, unser Wesenskern und auch unsere Ängste, Blockaden etc. Alle diese drei Welten, unsere Realität, die Welt hinter der Welt und unsere Innenwelt sind miteinander verbunden. Ja sie bedingen sich sogar. Oft wird aber der Fokus nur auf die Alltagswelt gelegt und ich finde es so wundervoll wenn nun auch im Aussen, in der dunklen Winterzeit, die Zeit wieder hier ist um den Fokus zu ändern. Und Samhain symbolisiert genau diesen Wendepunkt. 

Oft haben wir Angst vor unserer Innenwelt. Wir erwarten Dämonen, genau so wie die Kelten an Samhain früher die Vorstellung hatten, sie könnten heimgesucht werden. Was uns aber erwartet, wenn wir wirklich anfangen uns mit uns selber auseinander zu setzten ist, dass wir immer mehr erkennen wer wir wirklich sind. Wie wundervoll und wunderschön wir sind. 

Natürlich geht dieser Weg durch Ängste. Und zwar tiefe Ängste! Doch wenn wir uns getrauen hinter die Ängste zu schauen, dann erkennen wir, dass nicht das Böse da sitzt und uns anstarrt, sondern das wir selber uns in die Augen schauen. Und diese Augen sind voller Liebe. 

Was am Grund unserer Ängste liegt sind Gefühle, denen wir nie mehr begegnen wollten. Das sind Gefühle wie unglaubliche Trauer, klirrende Einsamkeit, zerfressende Wut, zersetzende Scham, haltlose Auflösung. Wir haben uns geschworen, nie mehr dahin zurück zu kehren, zu diesen Gefühlen, die alle aus Erlebnissen entstanden sind. Traumatische Erlebnisse, die schon im Mutterleib ihren Anfang nahmen. Das sind die Dämonen, die uns verfolgen, das sind die Geister, die uns Nacht für Nacht jagen. Doch wir müssen keine Angst davor haben, wir dürfen sie in unsere Arme schliessen, denn das ist das, was wir so dringend brauchen. Uns selber in den Arm zu schliessen und uns die Geborgenheit schenken, nach der wir uns so sehr sehnen. 

Der zweite Aspekt, den ich an Samhain so mag, ist zu erkennen, dass die Welt viel grösser ist, als wir normalerweise wahrnehmen. Meine Verbindung bewusst zu stärken zu den Energien, die mich umgeben. Die Wesen die ich wahrnehme, die Pflanzengeister, der Seele der verschiedenen Orte und der Natur. Ich liebe es mit dieser feinstofflichen Welt in Kontakt zu sein und schule meine Wahrnehmung jeden Tag um mit ihr zu kommunizieren und sie wahr zu nehmen. Erst diese Verbindung lässt mich meine Leben so voll und Ganz erleben, wie ich es oft tue. Ist diese Verbindung zu, merke ich wie ich leide. Ich vermisse etwas ohne genau zu wissen was und flüchte in Ersatz Befriedigung wie zb. Konsum, die mich aber schlussendlich nicht glücklich machen. Erst wenn ich den Faden wieder in der Hand halte, weiss ich was es war, das ich so dringend zum Leben brauche. Es ist diese Magie, die mich umgibt. Und glaube mir, das Leben ist wirklich so unglaublich magisch! Ich habe schon so wundervolle Dinge Erlebt, die mir jetzt immer noch Gänsehaut schenken wenn ich daran denke.

Und genau darum geht es heute auch! Diese Magie zu spüren, die da ist. Zu merken, dass das alles wirklich wahr ist. Real ist. Ein Teil unseres Lebens, deines Lebens ist. Das ist die Verbundenheit um die es geht. Und das ist Samhain.


Selina GartmannKommentieren