Eberesche- Magischer Baum

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Schon als Kind war ich fasziniert von der Eberesche. Ihre roten Früchte lockten mich jeden Spätsommer. Ich fand sie so wunderschön und faszinierend, doch durfte ich sie nie pflücken, weil mir gesagt wurde, dass sie giftig seien. Umso erstaunter war ich, viele Jahre später, als ich heraus fand, dass dieser Glaube gar nicht stimmte und er sich dennoch so hartnäckig bei vielen Menschen bis heute hält.

Die Eberesche war ein heiliger Baum der Kelten. Diese Verehrung hat sich noch lange gehalten und sie wurde bei allen wichtigen Jahreskreis Festen involviert. Aus ihren Zweigen wurden Zauberstäbe geschnitzt und ihr Holz galt als schützend und Unheil abwehrend. 

Ich finde auch, dass von der Eberesche ein ganz bestimmter Zauber ausgeht. Ihre schlanke Statur wirkt anmutig und zart und doch strahlt sie eine unglaubliche Kraft aus. Ihre gefiederten Blättern flüstern leise im Wind und die roten Beeren springen einem von weitem schon ins Auge. Es ist als würden sie gesehen werden wollen und auch als würden sie nur darauf warten, gepflückt zu werden. 

Ihre Kraft ist unglaublich beruhigend und zentrierend. Sie bringt uns zu unserer Mitte und zeigt uns aber auch, dass wir verbunden sind. Mit Himmel und Erde. Sie hat diese spielerische Leichtigkeit in sich, die uns hilft durchs Leben zu tanzen und alles nicht zu schwer zu nehmen.

Die Beeren sind ab Mitte August bis in den Oktober hinein bereit um gepflückt zu werden. Verwechslung Gefahr besteht eigentlich keine. Wer die Eberesche kennt, kennt sie. Roh haben die Beeren einen ganz eigenen, bitteren und ungeniessbaren Geschmack. Auch enthalten die rohen Beeren den Stoff Parasorbinsäure, welche in grösseren Mengen abführend wirkt. Darum sollten sie nicht roh gegessen werden, was übrigens wegen dem speziellen Geschmack sowieso nicht gehen würde. Wenn die Beeren aber getrocknet oder gekocht werden, wandelt sich die  Parasorbinsäure in verträgliche Sorbinsäure um und können somit auch unbedenklich gegessen werden. Noch besser ist es die Beeren einzufrieren. Je länger man sie einfriert, desto feiner wird ihr Geschmack. Danach können sie zu Gelees, Marmeladen, Chutneys, Sirup, Liköre oder auch Tees verarbeitet werden. 

Die Eberesche enthält eine Vielzahl an Vitaminen, darunter sehr viel Vitamin C- doppelt soviel wie Zitrone. Sie ist also eine wunderbare einheimische Vitamin C Quelle und auch gerade für trübe Herbst und Wintertage geeignet. 

Darüber hinaus wirkt sie regulierend auf die Verdauung, kann somit bei Durchfall und auch Verstopfung eingenommen werden. Sie wirkt Blutreinigend und entschlackend. Auch ist sie super für den Hals und hilft bei Halsweh und Heiserkeit. Dafür einfach die Beeren (nach dem gefrieren) trocknen und in Gläsern verschlossen aufbewahren. 2 Handvoll Beeren in 1 Liter Wasser geben und leicht sieden lassen. Danach den Tee schluckweise trinken. Du kannst übrigens auch Tee aus den Blättern der Eberesche herstellen.

Was ich auch gerne mache ist, die Beeren zu trocknen und dann für den Herbst und den Winter als Snack aufzubewahren. Wenn eine Erkältung im Anmarsch ist, oder du dich nach einer Stärkung sehnst, kannst du einfach eine Hand voll davon knabbern.

Du kannst die Ebereschen Beeren auch trocknen und zum räuchern gebrauchen. Du kannst sie alleine räuchern oder in Mischungen geben. Ihre Wirkung ist verbindend, klärend, reinigend und öffnend.

Ich wünsche dir viel Freude beim ausprobieren und entdecken dieses magischen Baumes!